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Der erste Filmjob: Zurück in die Realität: Ich bereitete mich auf ein Vorstellungsgespräch vor. Nach fünf Minuten hatte ich den Job – Cutterassistent bei der Deutschen Synchron, die ausländische Filme synchronisierte. Klingt glamourös? War es nicht. Cutterassistent in einer Synchronfirma ist ungefähr so exotisch wie ein Stück Kernseife.  Die intellektuellen Anforderungen: Englisch verstehen reicht. Man hockt den ganzen Tag (damals noch analog) am Schneidetisch und hört sich irgendwelche Töne an. Die Firma lag auf dem Gelände der Berliner Union Film Studios am Flughafen Tempelhof – das Aufregendste dort war die ZDF-Hitparade. Man traf also Schlagerfuzzis in der Kantine und ab und zu mal einen echten Schauspieler, der woanders drehte. Ich landete in einem Schneideraum mit fünf Assistentinnen. Sie waren nett zu mir – ich war der Hahn im Korb –, aber sobald eine den Raum verließ, fielen die anderen über sie her: „Hast du ihre Schuhe gesehen? Und diese Frisur!“ Lästereien-Level: Prof...
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  Ein Landei in der großen Stadt – und eine heikle Tramperfahrt Ich hatte keinen Bock auf die Bundeswehr, also blieb nur die Flucht nach Berlin. Aber wie? Da ich mich damals, anstatt in die Schule zu gehen, häufig in unserer Bahnhofskneipe aufhielt, um Karten zu spielen, waren mir natürlich fast alle Stammgäste bekannt. Plötzlich gab es dort einen Neuen, Gert, und oh Wunder, der wohnte in Berlin, war aber aus irgendeinem Dorf in der Nähe.  Gert war etwa Ende 20 und bot mir an, bei ihm zu wohnen – in Berlin, natürlich nicht in seinem Dorf. Ich wusste allerdings nicht, dass Gert ein ziemlicher Säufer war und sich auch gerne mal mit dem Gesetz anlegte. Ich packte also meine Siebensachen und fuhr mit meinem Polski Fiat nach Berlin. Fast wäre ich auf der ersten Fahrt schon gescheitert, denn die damaligen Transitbestimmungen waren mir noch nicht so geläufig. Ich entdeckte auf halbem Weg in der Zone eine hübsche Tramperin, hielt an und nahm sie mit; sie sah aus wie ein Wessi. Wir ...