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  Illegale Drehs  und Ballhaus' kühle Distanz Jürgen und ich begannen mit den Dreharbeiten zum neuen Film. Die Berliner S-Bahn gehörte damals der DDR, drehen, auch im Westen, war verboten. Wir filmten die folgenden Wochen mit versteckter Kamera, illegal, immer auf der Flucht vor der Bahnpolizei. Jürgen hatte das Pech, mehrmals fotografiert zu werden. Bei der ersten Mustervorführung dachte ich schon, das sei mein letzter Tag beim Film. Wir schauten uns das Material bei Geyer an. Wir hatten mit Highspeed-Optiken gedreht, offene Blende und sehr geringe Schärfentiefe. Das heißt, wenn ich eine Person filme mit langer Brennweite und sie steht profiliert zur Kamera, ist das eine Auge scharf zu sehen, das Zweite ist schon unscharf. Immer wenn bei der Vorführung etwas groß ins Bild kam, wurde das Bild unscharf und dann erst scharf.  Ich versank immer tiefer im Sessel – dafür war ich verantwortlich, dass alles auch scharf ist. Jürgen drehte sich nur zu mir um und sagte: „Da müss...
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Memoiren eines Versagers - Uli Edel und Christiane F.: Wie ich ins Filmgeschäft stolperte Ich machte mich zur verabredeten Zeit auf den Weg in die Potsdamer Straße 96, dort war das Büro der Produktionsfirma Solaris. Sabine, die ich dort treffen sollte, war aber nicht da, nur ein dunkelhaariger Wuschelkopf, der hieß Uli und war tierisch nett. Er fragte mich aus, erzählte mir von der Produktion, und wir unterhielten uns etwa eine Stunde. Ich war sehr angenehm überrascht, keine Arroganz einem Anfänger wie mir gegenüber, er behandelte mich wie einen Kollegen. Dann kam Sabine, nahm mich mit in ihr Büro. „Das war übrigens Uli Edel, unser Regisseur, mit dem du geredet hast“, erzählte sie mir beiläufig.  Whow, ich war platt!  Ich hatte über eine Stunde mit einem leibhaftigen Regisseur geredet! Ich hatte den Job. Sonntag fing das Casting an, und das Kamerateam tauchte auf: Jürgen Jürges war der Kameramann, Hans Günther Bücking der Assistent, beide auch supernett. Ich machte meinen Job ...